Wer dämmt, gewinnt: die energetische Gebäudesanierung
Die Bundesregierung fördert Energiesparen in den eigenen vier Wänden wie nie zuvor: Das erheblich ausgeweitete CO2-Gebäudesanierungsprogramm unterstützt umfassende energetische Sanierungsmaßnahmen durch Steuervergünstigungen und Finanzhilfen.
Großes Potential
Heizen und warmes Wasser - diese Selbstverständlichkeiten unseres Alltags schlucken eine Menge Energie. Rund 40 Prozent der Endenergie verwenden wir für Raumwärme und Warmwasseraufbereitung in den Gebäuden. Beim Energieverbrauch entsteht aber auch Kohlendioxid (CO2). Insgesamt 113 Millionen Tonnen kommen jährlich allein durch die 19 Millionen Wohn- und Bürogebäude, Schulen, Krankenhäuser und Ämter in Deutschland zusammen.
Durch Modernisierung etwa der Heizungsanlage, Erneuerung der Fenster, Wärmedämmung von Außenwänden, Kellerdecken und Dächern läßt sich Energie einsparen. Hinzu kommen niedrigere Nebenkosten und weniger Klimagifte. In vielen Fällen liefert dabei die Wärmedämmung den höchsten Teilbetrag: Schon die Dämmung der Hüllfläche kann den Energiebedarf um ein Drittel bis zur Hälfte senken.
Bislang wurde - so die Deutsche Energieagentur (DENA) - von den möglichen energetischen Einsparpotenzialen bei Sanierungen durchschnittlich nur rund ein Drittel genutzt. Um dies zu ändern, hat die Bundesregierung bei der KfW-Förderbank mit Haushaltsmitteln drei Programme aufgesetzt:
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• CO2-Gebäudesanierungsprogramm für umfassende Sanierungen,
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•"Wohnraum Modernisieren" für einzelne energetische Maßnahmen und
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•"Ökologisches Bauen" für Neubauten wie Energiesparhäuser und Passivhäuser.
Allein im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms stehen von 2006 bis 2009 rund vier Milliarden Euro an Bundesmitteln zur Verfügung. Im integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) vom Dezember 2007 hat die Bundesregierung festgeschrieben, das Programm bis 2011 fortzusetzen.
Gebäudesanierung: Gut für Klima, Wachstum und Arbeitsplätze
Bestehende Gebäude brauchen etwa dreimal soviel Energie wie Neubauten. Wer saniert, senkt den Energiebedarf bis zu 50 Prozent. Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm hilft über Kredite und Zuschüsse, die oft hohen Investitionen zu realisieren und rentabel zu machen.
Das Programm wurde 2001 aufgelegt und fünf Jahre später vereinfacht und verbessert. Seit 2007 gelten nochmals günstigere Bedingungen: Zinssätze können verbilligt werden, und es gibt Tilgungszuschüsse. Darüber hinaus bekommen Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen jetzt direkte Zuschüsse.
Innerhalb nur eines Jahres sind rund 400.000 Wohnungen saniert worden. Zusätzlich wurden etwa 100.000 Wohnungen in besonders energiesparender Bauweise errichtet.
Seit Januar 2007 wird zusätzlich die energetische Sanierung von Schulen, Turnhallen, Kindertagesstätten und Gebäuden von gemeinnützigen Vereinen verstärkt gefördert. Die Förderung erfolgt im Rahmen der KfW-Programme "Kommunalkredit" und "Sozial Investieren". Dafür stellt die Bundesregierung bis 2009 jährlich 200 Millionen Euro zur Zinsverbilligung von Krediten zur Verfügung. Das integrierte Energie- und Klimaprogramm vom Dezember 2007 enthält als zusätzliche Maßnahme den Investitionspakt "Bund - Länder - Kommunen". Er unterstützt mit 600 Millionen Euro finanzschwache Gemeinden bei der Energie-Sanierung insbesondere von Schulen, Kindergärten und Jugendeinrichtungen.
Maßnahmen in dieser Größenordnung machen sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: 220.000 Arbeitsplätze werden jährlich vor allem in der mittelständischen Bauwirtschaft und im Handwerk in Deutschland gesichert beziehungsweise neu geschaffen werden.
Einsparpotenzial: 50 Milliarden Euro bis 2020
Mit der energetischen Gebäudesanierung könnten die Deutschen bis zum Jahre 2020 insgesamt mindestens 50 Milliarden Euro Heizkosten sparen. Das kann bis zu 500 Euro im Jahr pro Haushalt ausmachen. So zahlen sich auch größere Investitionen, beispielsweise in eine moderne Heizungsanlage, neue Fenster oder umfassende Dämmmaßnahmen schon in wenigen Jahren aus.
Was wird gefördert?
Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm fördert Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur CO2-Minderung bei Wohngebäuden. Förderfähig sind Investitionskosten, die durch die energetischen Maßnahmen bedingt sind. Dazu gehören Beratungs- und Planungskosten sowie Ausgaben für notwendige Nebenarbeiten. Eine Kombination von Kredit und Zuschuss ist nicht möglich. Der Darlehenhöchstbetrag ist pro Wohneinheit auf 50.000 Euro begrenzt.
Im integrierten Energie- und Klimaprogramm vom Dezember 2007 hat die Bundesregierung festgelegt, auch die Baubegleitung bei Sanierungsmaßnahmen zusätzlich zu fördern: Bezuschusst werden seitdem Energieberatung und Baubegleitung in Höhe von 50 Prozent der Kosten, je Wohneinheit maximal 1.000 Euro. Voraussetzung ist, dass die Sanierungsmaßnahme durch das CO2-Gebäudesanierungsprogramm gefördert wird.
Wer kann Anträge stellen?
Die Kreditvariante steht allen Investoren offen. Die Zuschussvariante gilt für Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen.
Anträge für die Kommunalkredite können gemeinnützige Organisationen, Kommunen und kommunale Zweckverbände stellen. In den neuen Bundesländern kann der gewährte Kredit sogar 100 Prozent der gesamten Investitionssumme ausmachen.